Samstag, 3. März 2018

Zwischenfazit: Raumsuche

Unser bevorstehender Auszug, der spätestens im Juni 2018 erfolgen muss, steht nun bald bevor.
Seit einem Jahr setzt sich der Arbeitskreis "Neue Räume", welcher aus Vorständen und Mitgliedern des Grünen S.O.f.A.s sowie Helfern besteht, für das Zentrum ein. Die Ergebnisse der Suche wurden durchgehend protokolliert, worüber wir nun zusammengefasst berichten können.

Es muss darauf hingewiesen werden, dass die meisten unserer Besucher und Mitglieder als meist berufstätige Alleinerziehende nicht in der Lage sind, jeden Termin wahrzunehmen und aktiv mitzuhelfen. Für die bravouröse Leistung bedanken wir uns deshalb in Vertretung aller bei allen Aktiven, die ihre Freizeit für die Vereinsarbeit opfern, im Hintergrund arbeiten und/oder vor Ort präsent sein können, recherchieren, telefonieren und Räume besichtigen, allen voran Frau Maria Yeddes, Beate Reichenbauer und Anita Pitters.

DER BEDARF

Die Zahlen
2016 lebten in Erlangen 10.374 Familien, d.h. Paar- und andere Personen-Haushalte mit minderjährigen Kindern. Davon waren im Durchschnitt ca. 20% so genannte Ein-Eltern-Familien. Absolut werden 2.014 Alleinerziehendenhaushalte für das Jahr 2016 angegeben (Quelle, Landesamt für Statistik). Die höchsten Zahlen fanden sich in zentralen oder zentrumsnahen Bezirken wie Tal (ca. 32% Alleinerziehende), Anger oder Büchenbach Nord, knapp unter 30% (Sozialmonitoring 2017 der Stadt Erlangen, Quelle, Landesamt für Statistik).

Lebensrealitäten
Über Bedarfe und Lösungsansätze wurde letztes Jahr in einer einschlägigen Veröffentlichung der Heinrich-Böll-Stiftung berichtet ("Wirksame Wege zur Teilhabe", Heinrich-Böll-Stiftung, 2017). Auch wir haben unsere Erfahrungen bereits darlegen können. An dieser Stelle eine Zusammenfassung in Kurzform:


In unserer Gesellschaft gibt es meist eine klare Aufteilung: den schwer Hilfsbedürftigen und den, der keine Hilfe braucht. Jedoch sind viele Familien nach einer Trennung häufig genau dazwischen angesiedelt und fühlen sich von Hilfsangeboten nicht angesprochen. Wenn sie keine Unterstützung bekommen, drohen sie jedoch abzurutschen. Genau hier setzen niederschwellige Angebote an, wie unser eingetragener Verein Grünes S.O.F.A. Zentrum für Alleinerziehende e.V.

Sichtbarer und unsichtbarer Bedarf


Unterschiedliche Bedürfnisse
Ängste
Identifikation
Alleinerziehende mit/ohne vertrauensvolles, unterstützendes Netzwerk
 
Angst vor Ausgrenzung/ Vorurteilen
 
Vorübergehender Zustand, man will nicht alleinerziehend bleiben
Alleinerziehende mit/ohne Arbeit sowie andere Ressourcen (e.g. Gesundheit, Zeit, Geld etc.)
 
Angst, von anderen Schicksalen noch mehr heruntergezogen zu werden
 
Alleinerziehendsein ist keine Charaktereigenschaft oder Hobby è heterogene Gruppen
 
Krisenzustand vs. Hochstrittigkeit vs. stabile Lage
Angst, sich den falschen Menschen anzuvertrauen
Hilfsangebote oftmals vor allem auf Defizite fokussiert
 

Der Gewinn eines zentral gelegenen Treffpunktes für Alleinerziehende, mit flexiblen Öffnungs- und Beratungszeiten, an dem sich auch Kinder wohlfühlen, ist offensichtlich. Deshalb sind wir besonders dankbar für die 12 Jahre in der ehemaligen Heinrich-Kirchner-Villa an der Günther-Scharowsky-Straße 7 in Erlangen. Das selbst verwaltete Haus mit mehreren Räumen, großem Garten und Spielplatz machte das Herz der Alleinerziehenden-Arbeit des Zentrums aus.

ZIELSETZUNGEN
Es war deshalb dringend notwendig, Zielsetzungen für eine entsprechende Raumsuche zu formulieren, die wir mit den bisherigen Erfahrungswerten hiermit neu formulieren können:
  • ein Alleinerziehenden-Zentrum sollte zentral liegen oder zumindest zentral erreichbar sein, um Wege zu sparen oder andere Fahrten miteinander zu verbinden;
  • Ein solcher Ort muss über mindestens einen Spielraum für Kinder und mindestens einen weiteren Raum für gemeinsame Treffen verfügen;
  • ein Garten oder zumindest passende nahegelegene Grünflächen, bzw. ein angrenzender Spielplatz tragen wesentlich zur Lebensqualität und Gesundheit Alleinerziehender und ihrer Kinder bei;
  • die Räumlichkeiten und Flächen müssen sicher sein, Wege dürfen kein Gefahrenpotenzial bergen (z.B. stark befahrene Straße zwischen Haus und Spielplatz);
  • Öffnungszeiten sollten sich einerseits mindestens wöchentlich wiederholen können, andererseits auch flexibel anpassbar sein;
  • Die Akzeptanz kooperierender Projekte (z.B. bei gemeinsamer Raumnutzung) und Nachbarn (z.B. bei "Störung" durch spielende Kinder) muss gegeben sein. 
  • Ein Arbeitsplatz für einen eigenen Rechner und Drucker für die Vereinsarbeit samt eigener Telefonnummer für Nachfragen und Notfallanrufe sind ebenfalls wichtig.
Das grobe Ziel war es also, eine zentrale Lage, einen Arbeitsplatz für die Vereinsarbeit, Sicherheit, Spielraum, verlässliche und zugleich flexible Öffnungszeiten und (auch telefonische) Verfügbarkeit sowie Akzeptanz für die Alleinerziehenden aus Erlangen und dem Erlanger Umland zu sichern.

DIE AUSGANGSPOSITION
Die Erlanger Verkehrs- und Wohnraumsituation ist bekannt und wird hinreichend an anderer Stelle (e.g. http://www.fair-wohnen-2022.de/de) diskutiert. Entsprechend wenig Hoffnungen wurden uns von offiziellen Stellen gemacht. Das erlanger Zentrum ist als Standort stark umkämpft, die Mieten sind teuer und buchbare Räumlichkeiten im Zentrum sind auf Jahre hinaus belegt.

AKTUELLE SITUATION
Unsere Suche ist nicht beendet, obschon sie in vielerlei Hinsicht erfolgreich war. Für den Umzug haben wir zweckgebundene Gelder erhalten, die wir gezielt für die Raumsuche und den Umzug nutzen. Für jede Unterstützung, die wir erhalten haben, bedanken wir uns sehr herzlich. Auch die aktuellen Mitnutzungsangebote in Dechsendorf sowie Büchenbach sind großzügig - für die freundliche Unterstützung durch Frau Schöls bedanken wir uns. Wir werden die Räumlichkeiten nutzen können und so wie es aussieht, werden wir Teile unserer Angebote erhalten können.

Im Freizeithaus Dechsendorf, Dechsendorfer Platz 12, 90156 Erlangen steht ein Mehrzweckraum zur Verfügung, den wir nutzen können. Wir werden allerdings teilweise umdenken müssen, vor allem, weil kein separater Raum für Kinder oder ein flexibel begehbarer Raum für Notfallgespräche genutzt werden können. Als Ausweichmöglichkeit steht uns der Bürgertreff "Die Scheune", an der Odenwaldallee 2, in 91056 Erlangen-Büchenbach zur Verfügung. Einige unserer Angebote werden wir einstellen müssen. Trotzdem sind wir hoffnungsvoll, dass so zumindest die grundlegende Alleinerziehendenarbeit und unsere Funktion als VAMV-Knotenpunkt erhalten bleiben.


HABEN WIR UNSERE ZIELE ERREICHEN KÖNNEN?

Mögliche Öffnungszeiten in Dechsendorf und der Scheune
In Dechsendorf wären die folgenden beliebten Treffpunkte möglich:

Dienstag: Baby-Treff, jeden Dienstag ab 15.30 Uhr bis 18 Uhr
Mittwoch: Mittwochscafé, jeden Mittwoch, 15.30 Uhr bis 18 Uhr
Freitag: Kennenlern-Café, freitags einmal im Monat, 15 Uhr bis 18 Uhr, Termine in Absprache mit einem anderen Kurs.
Sonntag: Info-Café, sonntags einmal im Monat, 15 Uhr bis 18 Uhr, Termine in Absprache mit einer anderen Gruppe.

Im Bürgertreff Die Scheune kann der Töpferraum sehr flexibel genutzt werden. Der Raum wird aktuell etwas gemütlicher gestaltet. Da der Töpferraum bis auf zwei Termine nicht belegt ist, würde er sich relativ flexibel nutzen lassen, was sich für spontane Krisen-Gespräche anbietet.

Second-Hand-Basare lassen sich als Kooperationen mit den Betreibern in Dechsendorf umsetzen.

Wie sieht die Erreichbarkeit der neuen Standorte aus?

Anfahrt Dechsendorf:
z.B. 22 Minuten ab Hugenottenplatz (Erlangen) via 283 Dechsendorfer Weiher bis Loheweg

Anfahrt Büchenbach:
z.B. 15-18 Min. via 293 (Hugenottenplatz bis Odenwaldallee), 286 Büchenbach Zambellistr. (Hauptbahnhof bis Odenwaldallee)
z.B. ca. 11 Min via 280 Büchenbach Zambellistr. (ab Äuß. Brucker/ Paul-Gossen bis Odenwaldallee), bzw. 289 Klinik am Europapark (ab Paul-Gossen-Str. bis Aschaffenburger Str.)

Das grobe Ziel, eine Zentrale Lage, einen Büro-Arbeitsplatz für die Vereinsarbeit, Sicherheit, Spielraum, verlässliche und zugleich flexible Öffnungszeiten und (auch telefonische) Verfügbarkeit sowie Akzeptanz für die Alleinerziehenden aus Erlangen und dem Erlanger Umland zu sichern, können wir damit teilweise erfüllen:
  1.  Dechsendorf und Büchenbach sind aus einigen Stadtteilen heraus direkt mit dem Bus erreichbar. Hier sind viele unserer Alleinerziehenden von der Nähe der Bushaltestelle und den Fahrtzeiten abhängig.
  2. Beide Standorte erfüllen weitgehend den Sicherheitsaspekt für die Kinder.
  3. An beiden Standorten gibt es Räume, die sich mit unserer Arbeit gut vereinbaren lassen, wir werden allerdings viele Programmpunkte an die neue Situation anpassen müssen. Wir freuen uns dabei auch über neue Ideen, die sich aus den neuen Gegebenheiten ergeben können.
  4. Feste Öffnungszeiten (siehe oben) wären in Dechsendorf realisierbar. Eine flexible Anlaufstelle könnten wir in der Scheune anbieten.
  5. Wie in Zukunft die organisatorische Vereinsarbeit erfolgen wird, bleibt noch zu klären.
  6. Über die Akzeptanz sowohl seitens des neuen Umfeldes als auch seitens unserer Alleinerziehenden können wir natürlich noch keine Aussagen machen, hoffen aber, dass wir unseren bisherigen sowie neuen Besuchern zur Verfügung stehen können und die Zusammenarbeit an den neuen Orten sich positiv gestaltet.

Was bleibt, ist das Ziel der zentralen Erreichbarkeit für alle Alleinerziehenden aus Erlangen und dem Umland.  Ein Aufenthalt im Ortszentrum könnte sich zudem mit anderen Aufgaben verbinden lassen. Leider entziehen wir mit dem Umzug nach Dechsendorf (und Büchenbach) vielen unserer aktuellen Besucher ihr am alten Ort aufgebautes Netzwerk. Deshalb bemühen wir uns weiterhin um Räume (möglichst zur Selbstverwaltung) im Zentrum Erlangens für Alleinerziehende.

UMZUGSTERMIN
Ein Termin für den konkreten Auszug steht noch nicht fest - muss aber spätestens im Juni 2018 erfolgen. Wir beginnen, einige unserer Angebote auszulagern, darunter den Second-Hand-Basar, während andere Angebote und Treffpunkte bis zum 14. Mai 2018 am alten Standort, in der Günther-Scharowsky-Str. 7, in Erlangen stattfinden werden (siehe hier).

Der Verkauf der Second-Hand-Kleidung und einiger Spielsachen etc. läuft bereits auf Hochtouren. Leider sieht es so aus, dass wir die großzügige Spende der Firma Siemens, den beliebten Holz-Spielturm (siehe Bild) nicht werden behalten können. Wir hoffen darauf, neue Besitzer zu finden. Ein Verkauf würde direkt dem Umzug, bzw. der Alleinerziehendenarbeit zugute kommen.



Wer uns als Umztugshelfer/in  unterstützen möchte und für Rückfragen bitten wir um Kontakt via E-Mail: gruenessofa(*)yahoo.de (anstelle des (*) - das Klammeraffenzeichen einsetzen).



Text & Redaktion: mw






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